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Historie

„Chronologische Darstellung“

Bis 2006 erfolgte die Palliativ-Versorgung der Menschen in Stadt und Landkreis Peine einerseits durch die Hospizbewegung Peine e.V., einzelne ambulante Pflegedienste und durch die Gerd-Lukas-Meier Stiftung sowie das Engagement einzelner Haus- und Fachärzte im Sinne einer palliativmedizinischen Basisversorgung. Eine koordinierte Vernetzung oder gar Versorgung im Sinne einer SAPV fand vor Ort nicht statt.

2006 gründete sich durch die Initiative einiger niedergelassener Ärzte ein Arbeitskreis Palliativmedizin. Dort kam es zu einem regelmäßigen Austausch verschiedener Berufsgruppen, um eine Verbesserung der medizinischen, pflegerischen und psychischen Unterstützung unheilbar kranker und sterbender Menschen zu erreichen.

Am runden Tisch trafen sich ambulante Pflegedienste, Ehrenamtliche der Hospizbewegung Peine, Ärzte, Vertreter der stationären Pflege, Seelsorger, Apotheker, Vertreter des Landkreises und Krankengymnasten. In den ersten zwei Jahren hat der Arbeitskreis bereits sehr engagiert gearbeitet.

Frau Wegner, Leiterin des Hospizhauses Celle, der wir an dieser Stelle noch einmal herzlich danken möchten, entwickelte den Konzeptentwurf für unsere Arbeit: „Das Konzept zur integrierten, wohnortnahen Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen und ihrer Zugehörigen.“

In diesem Modellprojekt ist eine enge Verknüpfung der ambulanten und stationären Hospiz- und Palliativversorgung durch ein Palliative Care Team vorgesehen. Die Mitglieder des Arbeitskreises wollten für die Region Peine möglichst bald ihr Ziel, die Förderung und Vernetzung der Palliativ- und Hospizarbeit in der Region Peine, verwirklichen. Deshalb entschlossen sich alle Beteiligten des Runden Tisches im Dezember 2007 zur Gründung des gemeinnützigen Vereins, dem PalliativNetz Peine e.V.

18.12.2007: Gründung des Vereins PalliativNetz Peine e.V.:
Vorstand:

1. Vorsitzender:         Dr. Thomas Bimmler, Facharzt für Neurochirurgie
2. Vorsitzende:          Dr. Ina Hauptmann, Fachärztin für Allgemeinmedizin
Renate Wesener,       Hospizbewegung Peine e.V.
Carsten Langer          Palliativ Care Pflegekraft bei Graw & Löbel, Schriftführer
Christine Büchner    selbstständige Apothekerin, Kassenwartin
Arturo Junge             Verwaltungsdirektor im Klinikum Peine (seit 2008)
Anke Bode                  Heimleitung Brockenblick (seit 2008)

Im Jahr 2008 werden Mittel des Landes Niedersachsen und Mittel aus dem Innovationsfond des Landkreises Peine beantragt. Im Dezember 2008 spendeten die Sparer der Volksbank Peine einen VW-Fox für die ambulante Arbeit. Durch nun folgende Gespräche mit unserem benachbarten Palliativnetz und Stützpunkt in Gifhorn folgte im Mai 2008 ein weiterer wichtiger Schritt, der Start unseres ehrenamtlichen Bereitschaftsdienstes.

Vier ehrenamtliche Mitarbeiterinnen der Hospizbewegung – Frau Deege, Frau Jänicke, Frau Wissel und Frau Wesener nahmen rund um die Uhr die Anrufe beratungssuchender Patienten und Angehöriger entgegen und stellten dann die jeweils erforderlichen Kontakte zu einer der 15 Palliative Care Fachkräfte und /oder einem der sechs niedergelassenen Ärzte mit Zusatzbezeichnung „Palliativmedizin“ her . So konnten bereits im ersten Jahr 108 Patienten beraten werden. Doch um zu einem Palliative Care Team zusammenzuwachsen, brauchten wir dringend Unterstützung.

Am 1. April war es dann soweit; wir konnten unsere beiden hauptamtlichen Koordinatorinnen, Frau Baumann und Frau Bohlen-Bruchmann, einstellen und unser Büro in den Räumlichkeiten des ASB beziehen. Beide Koordinatorinnen waren Krankenschwestern mit Erfahrung im Bereich der stationären Hospiz- und Palliativversorgung. Sie koordinierten alle an der Versorgung Beteiligten, führten Erstgespräche zu Hause oder auch im Krankenhaus und berieten gemeinsam mit unserem Palliative Care Team Patienten, deren Zugehörige, Ärzte und Pflegedienste.

Es folgte die Implementierung des „Palliativ-Stützpunktes Peine“ mit der offiziellen Eröffnungsfeier am 17.06.2009. Als Stützpunkt folgen wir seitdem den vorgegebenen Leistungs- und Qualitätskriterien des Landesministeriums und erhalten im Gegenzug logistische und finanzielle Unterstützung aus Hannover.

Mit viel Fleiß und Engagement aller Beteiligten konnten zunehmend mehr Bürger Peines eine adäquate Beratung und Betreuung erfahren. Die Vernetzung schritt weiter voran; auch konnte sich das PalliativNetz in Peine bereits vielerorts bekannt machen.

Als Hauptaufgabe für den Verein und die bis dato ehrenamtlich tätigen Berufsgruppen erwies es sich, als Verbund von Leistungserbringern einen Vertrag mit den Krankenkassen zur Geltendmachung der erbrachten Leistungen abzuschließen. Nach über 12 Monaten intensivsten Bemühens gelang es am 01.06.2010, alle Leistungserbringer als Kooperationspartner in der „Palliativnetz Peine Organisationsgesellschaft mbH“ als leistungsstarke Behandler der betroffenen Bürger Peines zum Partner aller gesetzlichen Krankenkassen zu formieren.

Die Verordnungsmodalitäten jedes Einzelnen wurden und werden seitdem vom Koordinationsbüro des Palliativ-Stützpunktes organisiert. Somit war jedem, der die entsprechenden Leistungen in Anspruch nehmen möchte – Betroffenem, Zugehörigem und Behandelndem – der Weg zu einer unverzüglichen Versorgung bereitet. Personelle Wechsel im Vorstand und in der Koordination fanden statt.

Um Pflegende und Angehörige, aber auch Ärzte in ihren Entscheidungen gegenüber dem Patienten bei schwierigen oder gegensätzlichen Meinungen zu unterstützen, wird das EthikNetz Peine aufgebaut. Hierzu werden 15 Moderatoren ausgebildet, die in Teams zu zweit, aus jeweils unterschiedlichen Professionen, bei Beratungsgesprächen dazukommen, um alle Parteien bei der Findung einer Entscheidung zum Wohle des Patienten zu unterstützen. Die Ausbildung wurde von Doz. Dr. phil. Simon aus Göttingen geleitet und aus Spendenmitteln finanziert. Die Räumlichkeiten für die Schulung wurden vom Peiner Klinikum zur Verfügung gestellt.

Die Braunschweiger Zeitung unterstützte uns mit ihrer Spendenaktion „Das goldene Herz“ ebenfalls, so dass wir zusätzlich ein Bereitschaftsfahrzeug für die Koordination anschaffen konnten.

Vom Verein wird den Palliativ Care Kräften eine Supervision an regelmäßigen Terminen angeboten. In diesen Beratungsgesprächen wird den Pflegekräften Hilfe und Unterstützung bei ihrem täglichen Erleben mit schwerstkranken Patienten angeboten. In besonderen Fällen gibt es auch die Möglichkeit für die Palliativ Care Kräfte eine Einzelsupervision zu erhalten. Diese Leistung können wir dank der Spenden als dauerhafte Einrichtung anbieten.

Nach fünf Jahren gemeinsamer Arbeit in den Räumlichkeiten des ASB Peine ziehen Verein und Organisationsgesellschaft mbH in neue Räumlichkeiten im ehemaligen Pfarrhaus der St. Jakobi Kirchengemeinde. Diese waren notwendig geworden um einer dringend erforderlich gewordenen, zusätzlichen Büroassistenz Platz zu bieten. Des Weiteren benötigten die Koordinatorinnen dringend einen geschützten Raum, den sie für Gespräche mit Angehörigen und Betroffenen nutzen können.

Frau Dr. Hauptmann hat ihren Platz in der Geschäftsführung der Organisationsgesellschaft, den sie seit 2009 bekleidet, zur Verfügung gestellt, um sich neuen Aufgaben und ihrer eigenen Praxis zu widmen. Mit Frau Martina Hohmann konnte die GmbH eine kompetente Nachfolgerin gewinnen, die dann zusammen mit Herrn Arturo Junge die Geschicke der GmbH führt.

Der komplette Vorstand des Vereins, ausgenommen vom Schriftführer, entscheidet sich, die Vorstandsarbeit mit Ablauf dieser Wahlperiode abgeben zu wollen und tritt bei der Mitgliederversammlung nicht wieder zur Wahl an. Somit treten auch die letzten Gründungsmitglieder des Vereins aus den Führungspositionen zurück und geben eine gut aufgestellte palliative Versorgung im Landkreis Peine in neue verantwortliche Hände.

Dem neuen Vorstand steht Frau Dorit Lonnemann als 1. Vorsitzende vor, Sie wird unterstützt von Frau Nele Wohlfeil, Herrn Eckehard Fröhmelt, Herrn Rainer Lahr, Frau Heike Niewerth, Herr Thomas Renneberg sowie Herrn Heinz-Günter König. Durch diesen neuen Vorstand sind wieder alle Professionen im Vorstand vertreten. In der Organisationsgesellschaft gibt es ebenfalls personelle Veränderungen, nachdem Frau Martina Hohmann und Herr Arturo Junge nicht wieder als Geschäftsführer für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stehen. So übernimmt Herr Marco Kowalewski die Geschäftsführung der Organisationsgesellschaft mbH zum 01.01.2016. Frau Hohmann und Frau Waldmann bleiben in ihrer Schlüsselposition als Koordinatorinnen aber weiterhin das Gesicht des Palliativnetzes in Peine.

Auf Anregung der vorhergehenden Geschäftsführung, die Pflegekräfte mit zeitgemäßen Dokumentations- und Informationsmöglichkeiten auszustatten, unterstützt der Verein mit hohem finanziellem Aufwand die Organisationsgesellschaft mbH bei der Beschaffung von Tablett PC. So ist sichergestellt, dass die Pflegekräfte vor Ort (in der Häuslichkeit des Patienten) immer aktuell über den Stand der Verordnungen und der zu leistenden Maßnahmen informiert sind.

Im Ethiknetz wird die „Entscheidungshilfe künstliche Ernährung“ erarbeitet und im Rahmen einer Veranstaltung in der Peiner Innenstadt der Öffentlichkeit vorgestellt. In Planung ist zudem die gemeinsame Bearbeitung noch anderer medizinethischer Themen, aus der weitere Entscheidungshilfen für Betroffene, Zugehörige, Pflegende und Ärzte entstehen sollen.

Vereinsjubiläum am 18.12.2017

Am 18.12.2017, auf den genau Tag genau 10 Jahre nach Vereinsgründung, feierte das PalliativNetz Peine e.V. das 10-Jährige Bestehen im Hotel Schönau in Peine. Die 1. Vorsitzende, Dorit Lonnemann, begrüßte rund 85 geladene Gäste zu der Jubiläumsfeier.

Zu diesen zählten zahlreiche Netzwerkpartner des PalliativNetz Peine, aber auch Verteter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung.

Vertreten waren unter anderem der 1. stellvertretende Landrat, Herr Mathias Möhle, der Bürgermeister der Stadt Peine, Herr Klaus Saemann, der Superindent des Kirchenkreis Peine, Herr Dr. Volker Menke.

Besonders begrüßte die Vorsitzende auch einige Gründungsmitglieder. Frau Dr. med. Ina Hauptmann, Frau Renate Wesener, Frau Christine Büchner und Herr Karsten Langer waren unter den Gästen.

Dem Grußwort von Mathias Möhle folgte ein Vortrag von der langjährigen Vereinsvorsitzenden, Frau Dr. Hauptmann, die einen interessanten, visuell untermalten Rückblick, auf die zurückliegenden 10 Jahre des Vereins, der Arbeit und Weiterentwicklung beinhaltete.

Der Höhepunkt des Abends war die Rede der neuen niedersächsischen Sozialministerin, Frau Dr. Carola Reimann. In ihrem Vortrag würdigte sie die ehrenamtliche Arbeit in der palliativen und hospizlichen Versorgung, insbesondere des PalliativNetz Peine, dass in seinen Netzwerkstrukturen eine hervorragende Arbeit leistet. Sie ging auf die Entwicklung der Palliativmedizin seit der Gründung 1967 in Großbritanien ein und gab darüber hinaus einen Ausblick auf innovative Schritte in der palliativen Versorgung.

Junge Musiker der Kreismusikschule Peine untermalten die gelungene Feierstunde.

Nach dem offiziellen Teil nutzen die Gäste noch die Gelegenheit bei einem leckeren Imbiss, sich bei netten Gesprächen auszutauschen.